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darauf gebaute Hoffnung, das Mädchen zur heimlichenFlucht zu bereden, stürzte nun ganz in Trümmer zusam-men. Anstatt aber durch alle diese Schwierigkeiten zur bes-sern Besinnung zu kommen und die Stricke seiner unglück-lichen Leidenschaften mit männlicher Kraft zu zerreißen,verwickelte sich der sinnlose Thor immer tiefer darin. Ersuchte neue Maschinen zu Erreichung seines Zwecks, undbesprach sich mit verschiedene» angesehenen Gcschästsmän-nern, die ihm zur Auslieferung seiner Tochter bchülflichscp» sollten. So täuschend er jedoch den Heuchler spielteund so heilig er bcthcucrtc, daß er das Mädchen blosdeswegen bei sich zu haben wünsche, um ihr eine bessereErziehung zu geben, so wenig fand er überall Gehör,weil seine böse Sache schon stadtkündig geworden war.
Es würde den Leser ermüden, wenn man mit ihm alleSchritte des Böscwichts verfolgen, und alle Listen undniederträchtige Künste, die er brauchte, um brave Leutezur Thcilnehmung an seinem Bubenstücke zu verleiten,genau beschreiben wollte. Ein einziges Beispiel, das denHeuchler in seiner vollen Größe darstcllt, scp genug.
Er ging zu einem Dresdner Geistlichen, unter dem Vor-wand, ihn zum Beichtvater anzunehmcn. Nachdem er dasGespräch so cingclcitet hatte, fing er an, von seiner Toch-ter zu erzählen, daß sic bei ihren Großeltern weder ingöttlichen noch weltlichen Sachen anständig erzogen werde.Hieraus bat er mit andächtigem Händcfalteu und vielenThräncn den Geistlichen, er möchte doch darauf bedachtscpn, diese Seele zu retten. Der ehrliche Theolog, derden Heuchler »och nicht kannte, versprach ihm seinen Bei-stand, schrieb auch wirklich nach Oclsnitz einen wcitläufti-gcn Brief, und stellte darin vor, daß cs billig sep, Ulri-ken der Fürsorge ihres gutgesinnten Vaters zn überlassen.