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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
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jnngfer sprechen wolle. Die Eltern, mißtrauisch bei je-dem Vorfälle, der ihre Enkelin beiraf, mochten Anfangsnichts davon Horen. Endlich überließen sie doch das Mäd-chen aus eine Stunde der Mutter, weil sie derselben nichtzutrauten, daß sie ihr eignes Kind verrathcn würde.

Ulrike trat in ihrer Mutter Haus, und die angeblicheDame, die sie dort fand, war ihr Herr Vater. Erhob mit Klagen an, daß man sein christliches Herz ver-kenne, ging hierauf ans diesem Tone in die Sprache deszärtlichsten Liebhabers über, und machte zuletzt seiner stau-nenden Tochter den förmlichen Antrag, sic zu heirathcn.Glaube mir, Mädchen, sagte der Unverschämte, derglei-chen Ehen sind gar nicht selten. Ich weiß selbst einigeBeispiele davon. Ueberdieß bleiben wir nicht hier, sondernziehen in ei» fremdes Land, wo uns Niemand kennt. Dortnehme ich wieder Dienste, werde Oberster, und wir lebenherrlich und in Freude. Ha, wie schön wird cs seyn,wenn man dich gnädige Frau Oberstin nennt und du mitsechs Pferden fährst! das dünkt mir doch angenehmer, alseine Sklavin der dummen Leute in Oelsniß zu bleiben."

Ulrike sah den verächtlichen Menschen mit großen Augenan, als ob sic ihren Ohren nicht traue, und es für un-möglich halte, daß er es gewesen sep, der diesen Unsinngesprochen habe. Endlich antwortete sie:Schämen Siesich nicht der Sünde, die Sie mir zumuthen? Ich schauerevor dem abscheulichen Gedanken." Hierauf eilte sie fort.Er rüste lachend ihr nach:Einfältiges Mädchen, dieseSünde will ich allein ans mich nehmen." Sie entflohaber, ohne weiter ans ihn zu hören.

Mißmüthig über den Fehlschlag aller Versuche, das Herzseiner Tochter durch Vorspielung eines künftigen Wohl-lebens zu gewinnen, kam er nach Dresden zurück. Seine