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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Gcwissen hat, einen Sterblichen verleitete. Diese Reime-reien ließ er Ulriken heimlich zutragcn und bestürmte siezugleich mit Briefen, die, ganz im Ton der asiatischenBanisc verfaßt, als gewöhnliche Liebesbriefe blos lächerlichund cckelhaft scpn würden, als Briefe eines Vaters anseine Tochter aber zum höchsten Abscheu empören. Eswürde unverantwortlich sepn, den kleinsten Raum desPapiers damit zu beflecken, wenn sie nicht ein so treuesGemälde seiner häßlichen Seele und gleichsam unabläug-bare Urkunden seines, aus Heuchelei, Stolz und Nachsuchtzusammengesetzten Charakters wären, dessen genaue Dar-stellung der eigentliche Zielpunkt dieses Aufsatzes ist. Ausdiesem Grunde mögen folgende Stellen aus einem seinersonderbarsten Handschriften wörtlich hier Platz finden:

Meine holdeste Onich! Ach, warum hast du dein Herzzurückgcnommcn, das du mir als das thcuerstc Pfandzweier verbundenen Seelen schenktest? Hast du dich ineine andere Person verliebt? O grausame Vorstellung,die mir das Leben nimmt und demjenigen, der dich mirrauben will, gewiß anch das Leben kosten soll!"

Mehr als englische Ulrike, schönste Seele, wie ist csmöglich, daß treue Liebe Haß erwecken kann? Fliehst dumich etwa aus Furcht vor deinen Großeltern? Unmöglichkann ich das glauben, mein Engel! Ein zitternder Greisund ein steinaltes Weib vermögen nichts über dein jungesfrisches Herz. Was wird denn die große Vergeltung scpn,die meine Rose von ihnen zu gcwartcn hat? Sie lebtjetzt in der Dienstbarkeit und hat Umgang mit geringenLeuten. Der Gerichtshalter, oder sonst ein Advokat, sindimmer die vornehmsten im Gclag. Nach dem Tode derGroßeltern aber wird's heißen: Heraus aus dem Gute,Mamsell Schooskind! Darum hast du gar nicht Ursache,