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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
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den Großeltern so zu schmeicheln und deinen Vater, derdich so herzlich liebt, deswegen zu verachten. Er ist vor-nehmer, als jene, ist mit Verstand und Tugend begabtund will auch dich aus deinem niedrigen Stande zu einemFräulein erheben. Die Zeit wird es lehren, wie Unrechtdu thust, daß du nicht Gott und einem so guten Vater,als ich bin, allein vertrauest. Bedenke doch das vierteGebot!»

Ach, Ulrike muß Liebe für einen Andern haben! Manflattirt sie mit Gedanken auf den oder jenen Monsieur.Aber, meine englische Ulrike, ich schwöre bei meiner Seele ein thcurcs Wort! daß ein jolchcr geringer Mensch,wenn er auch hundert Mal dein Mann wurde, nicht langin deinen Timmen bleiben darf. Müßte mich's zehn Lebenkosten, soll er doch das seinige nicht behalten. Krumm,lahm und elend in der Welt werde der, der sich unter-steht, als ein unwürdiger Mensch, eine so höchst schätzbareSeele, wie dich, zu eigen zu haben. Doch vielleicht thueich dir Unrecht; vielleicht liebst du keinen Andern. Nunso vergib mir und rechne alles, was ich geschrieben, mei-ner unendlich großen Liebe zu. Deine Abwesenheit bringtmir den Tod."

Wegen Halle sind meine Gedanken, dich daselbst inallen Wissenschaften, die deinem Stande gemäß sind, un-terrichten zu lassen und einige Zeit bei dir zu bleiben;doch mußt du das Letztere der Großmutter nicht sagen.Alsdann will ich, um dich weiter emporznbringen, meinGlück in der Welt suchen und deßhalb gern ein altesWeib mit Geld heirathcn. Mein Herz aber bleibt dirallein, so lange ein Athemzug in mir ist."

Nimm doch gegen deine Großmutter, deine grausamsteFeindin, nur einmal das Blatt vom Munde! Sprich, da