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zehn Wochen lang in Oclsnitz. In diesem Zeitraum ent-wickelte sich seine unnatürliche Liebe vollends ganz, underfüllte Ulrikens Großmutter mit so viele» Besorgnissen,daß sie ihre Enkelin Tag und Nacht bewachte und keinenAugenblick mehr mit ihm allein ließ. Auch ruhte sic nicht,bis er sich endlich, vom ganzen Hause verabscheut undvon seiner eigenen Tochter geflohen, zur Abreise bcgucmtc.
Ihm war nicht entgangen , daß M "" s Gattin dieAusbrüche seiner schändlichen Leidenschaften am ersten undgenauesten beobachtet, seinen Absichten am thätigstc» ent-gcgcngearbeilct, und vorzüglich ihn durch unhöfliche Be-gegnung zum Hause hinaus gedrängt hatte. Es wurzeltedeßhalb m seinem Herzen ein tödtlichcr Haß gegen dieehrliche Frau. Doch verbarg er ihn so lange sorgfältig,als er noch Hoffnung hatte, Ulriken mit einem Schein vonRecht in seine Gewalt zu bekommen. In dieser Absichtnahm er den zerrissenen Faden der LegitimatiouSverhand-lungcn wieder auf, und spann ihn durch heuchlerische Briefe,die für Meisterstücke eines Tartüff gelten konnten, emsigfort. —
Blut und Gewisse» — schrieb er unter andern — Blutund Gewissen forderten von ihm, seine Tochter zu einemGott gefälligen Leben erziehen und in Wissenschaften un-terrichten zu lassen. Er scy daher gesonnen, sic entwederin eine Erziehungsanstalt nach Halle zu bringen, oder zusich nach Dresden zu nehmen. Vorher aber sollte die Le-gitimation derselben bewirkt und sic, mittelst eines Testa-ments, zur Erbin seines Vermögens eingesetzt werden.Nun hoffte er doch, man werde seine christlichen Absichtennicht länger veikenncn und der väterlichen Gewalt, dieihm über seine Tochter zustche und die er blos zu ihrem