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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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aus der Martcrhöhlc des väterlichkn Hauses befreite. Ebenso gern willigten die Eltern ein. und ließen sich auch vieBedingung des Bräutigams gefallen, die kleine Ulrike beisich zn behalten und zu erziehen. Ach, sic ahncten nicht,welche zukünftige Leiden dieser Umstand ihnen vorbereitete.

Indessen hatte sich der Zerstörer ihres Familienglückskein graues Haar wachsen lassen. Es war nie sein Ernstgewesen, Ulriken zu heirathen. Er hatte, nach der ge-wöhnlichen Weise niederträchtiger Wollüstlinge, das Ehe-vcrsprechen blos zur Lockspeise gebraucht, um des MädchensUnschuld in das Netz seiner Begierden zu kirre». Nacherreichter Absicht wurden ihm Mariens Liebkosungen lästig,und er war froh, als ihn der Fricdensschlnß davon be-freite. Alle ihm nachgcschicktcn Briefe kamen zwar in seineHand; doch die lebendigsten Schilderungen des Jammers,den er verursacht hatte, und die sehnlichsten Bitten, seinWort zu halten, vermochten nichts über sein hartes Herz.Er lachte der Thörin, die sein flüchtiges Liebesabenteuerin eine langweilige Ehcgeschichtc verwandeln wollte, über-ließ sie ohne Mitleiden allen Furien des Elendes und derSchande, und las zuletzt ihre Briefe gar nicht mehr.

Nach fünfzehn Jahren, binnen welchen er bis zumObristlicutcnant gestiegen, jedoch wegen eines Verbrechens,das man nie eigentlich erfahren hat, wieder verabschiedetworden war, kam er plötzlich nach Sachsen zurück. Ertrieb sich in Dresden herum und suchte Dienste. Die Fa-milie M" erfuhr kaum seinen Aufenthalt, so faßte sicden Entschluß, ihm seine Tochter Ulrike vorznstellcn. Esgeschah. Er empfing diesen Besuch höflich, ließ sich desMädchens flache Hand zeigen, betrachtete sic mit stillerAufmerksamkeit und rief dann ans:Ja, du bist meineTochter! Ich seh' cs aus diesen Linien; denn ich verstehe