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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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als sic ihren Geliebten unten am Thurme stehen sah.Omeine Aurorc!" rief Atzest, der in diesem Augenblicke dieBande seiner Füße gelöst fühlte und die Arme nach derTrauten hinaufstrecktc. Sie warf ihm jetzt, einem un-bekannten Zuge folgend, das hülfrciche Kleinod hinab.

Er hebt es auf und staunt, als eS in seinen HändenSofort ein goldnes Schwert gebiert,

Bor dessen flammengleichem Blenden

Des Thurmes Pf.rte springt, eh' er sie noch berührt.

Zwar bäumen gegen ihn mit aufgesperrten NachenZwei ungeheure Flügeldrachen;

Allein er haut im vollen Lauf

Cie mitten durch wie ein Paar Nüben,

Und stürmt alsdann zu feiner LiebenDie schmale Wendeltrepp' hinauf.

Das treue Pärchen stürzt, gleich unterdrückten Flammen,Oie nach durchbrvchner Bahn wild in einander glüh'n,

In Hcrzumarmungen zusammen:

Er sieht nur sie und sie nur ihn.

Indessen schütteln Angst und SchreckenDie Zauberin nur kalter Hand;

Sie flüchtet, um sich zu verstecken,

Ins düstre Wlnkelchen der Schnecken,

Und drückt sich bebend an die Wand.

»Ha!" ruft Alzest, indem er sie erblicket:

»Ha, find' ich dich, verdammte Näuberin?

Wohl mir, wohl mir, daß ich es bin,

Der dich hinab zur Holle schicket!"

Mir diesen Feuerwvrten zücketEr schnell sein goldnes Schwert auf sie:

Doch die Vcrbrccherin umstricket,

Gleich einem Wurme, seine Knie,

Und fleht so dringend um ihr Leben,

Daß Mitleid stracks den jungen MannEntwaffnet, und er nun nicht kannDen Arm zum Todesstreiche heben.