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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
279
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Er zog also die Stiefelchcn an, that einen Schritt vor-wärts nnd sah sich mit Staunen in einer wildfremdenGegend. Das Thal, wo er ausschritt, war verschwun-den: er stand auf einem hohen Berge und wagte hier denzweiten Schritt. Dieser hob ihn an das jenseitige Ufereines breiten Stromes, der eine unabsehlichc, gebirgloseEbene durchfloß. Nene Verwunderung. Er bewegte denFuß zum dritten Mal, und erblickte hinter sich eine großeStadt mit vielen Thürmen, über die er hinweggestiegcnseyn mußte. Nun kam er endlich auf die Vcrmuthnng,daß er vielleicht ein Paar sogenannte Meilensticfeln be-sitze, welche nur die Lcibschuhmacher der Feen zu bereitenwissen. So war cs auch. Er hatte wirklich mit jedemSchritt eine richtige Meile zurückgclcgt, und stand, nach-dem er noch neunzig und siebenmal ausgetreten war, vordem eisernen Gefängnißthurme seiner Geliebten.

Er wußte nicht, daß er dem schönen Ziele seiner Wall-fahrt so nahe sey, und wäre gern weiter geschritten, wennseine Stiefeln gewollt hätten. Sie hielten ihn aber festauf diesem Platze gefangen. Die ganze Gegend war ein-sam und todt. Auch am Gegitter des Thurms ließ nie-mand sich blicken; denn die Gefangene hatte gerade jetztso viel zu thun, daß keine Zeit übrig blieb, zum Fensterhinausznsehen.

Die Here war eben bei ihr und nahm die Tanzllbun-gen der Schnecken in hohen Augenschein. Sie machtenihre Sachen so trefflich, daß sich nichts dagegen einwcn-den ließ und Aurore Math faßte, um ihre Freiheit zubitten. Allein die boshafte Drude sagte weder Ja nochNein, sondern suchte durch mancherlei Ausflüchte die Er-füllung ihres Versprechens aufzuschiebcn.

Die getäuschte Prinzessin ging weinend an's Fensternnd that vor freudiger Ueberraschung einen lauten Schrei,