zeigte nun der Prinzessin einen Weg in die gchcimnißvol-lcn Tiefen der Erde. Sie stand einen Augenblick still,und wußte nicht, ob sic hinab oder zurück gehen sollte?Weibliche Furchtsamkeit und weibliche Neugierde strittenin ihr. Endlich behielt diese die Oberhand. Jene warddurch einen Ring beruhiget, den die Prinzessin einst voneiner wohlthätigen Fee zum Schutz gegen alle Gefahrenerhalten hatte.
Sie stieg also beherzt die Stufen hinunter, und hattenur ungefähr tausend hinter sich gelassen, als sie in einPrunkzimmcr gelangte, das an Pracht und Größe denSaal weit übcrtraf, wo einst ihr Vater die verwünschteGalopade aufführtc. Die Herrlichkeit dieses Ortes gingüber alle Beschreibung. Was andere ehrliche Leute, selbstdie reichsten Erdcnsöhne nicht ausgenommen, von Holzoder Stein haben, bestand hier aus Gold und Diaman-ten. Wen darf das auch wundern, da die Geister derUnterwelt bekannter Maßen steinreiche Leute sind?
Die Prinzessin schaute lange mit großen Augen umher,ohne irgend ein lebendiges Wesen zu gewahren. Nurbisweilen schien cs ihr, als ob sie im Nebenzimmer einleises Athmen höre. Schüchtern trat sie hinein und saheinen Jüngling von überirdischer Schönheit auf einemRuhebette schlummern. Ueber seinem Haupte hing eineTafel, ans der in bunter Flammcnschrist folgende Wortebrannten:
„Dem Mädchen nur, in. dessen Brnss dnS FeuerDer Liebe für ein UngeheuerBen seltner Häßlichkeit einst glimmt,
Ist dieser scheue Prinz bestimmt."
Der Schläfer gefiel Zefiren trefflich wohl, desto wenigeraber der Preis, um den er gewonnen werden sollte. —