«r verbrochen Hab Man hat Eure Durchlaucht mit keinerAnfrage über die eigentlichen Klagcpnnktc behelligen wol-len. Das Protokoll, welches über sein Verhör ausgenom-men worden ist, liegt in der Kanzlei." —
„Man hol' cs!" befahl der Fürst: „und der Kerl werde»ach der Tafel hierher gebracht!" —
Das Fräulein klatschte wie ei» Kind, das sich auf Weih-nachten freut, in die Hände. Die Registratur ging überder Tafel herum, kam endlich auch an mich, und mit Ent-setzen ersah ich daraus, daß Sic, Freund Limbach, derGefangene waren. Das klebrige wissen Sie selbst. Wasmcviicn Sie nun aber vom Fräulein? Kann man einePerson, die einem ehrlichen Mann aus bloßem Scherzein lange Gefangenschaft znzicht, die ihn alsdann wie einWnnderthicr kalt begafft, dabei aber gar nicht daran denkt,ihm seine Leiden zu vergüte» — kann man eine so leicht-sinnige Person gutmüthig und thcilnchmcnd, kann man siceinen Engel des Himmels nennen? Oder muß man ihrnicht vielmehr alles menschliche Gefühl absprcchcn?" —Ich stand stumm und starr, und versank in tiefes Nach-denken über meine wunderbaren, durch lauter Wciberhändevollführten Schicksale. Der Graf schüttelte mich wie einenTräumenden und sagte: „Grübeln Sic nicht länger! Runist die Sache vorbei. Kommen Sic, alter Freund, kom-men Sic mit in mein Haus! Erquicken Sie sich da, solange Sic wollen, von Ihren Kcrkerbcschwcrden, und se-tzen Sie mir in heitern Stunden Ihre Geschichte auf!" —Ich ließ mich fortzichn, blieb einige Wochen bei dembraven Osseck, und ward ihm zu Gefallen mein eignerLcbcnsbcschreiber. Alsdann begab ich mich auf die Rück-reise, und freute mich herzlich, meinen treuen Jakob wie-der zu sehn.'