-c-L 228 <Ao-
Der gute Mann sah ihn nicht wieder. Als er vor sei-ner Wohnung ankam, überreicht' ihm ?in Nachbar mitabgewandtem, weinerlichem Gesicht den Schlüssel und eilteschnell wieder sort, ohne ihm Rede zu stehn. Limbachtrat in sein Haus, und fand cs eben so öd' und beraubt,,wie ehmals Röschens Landsitz. „Jakob! Jakob!" rief erdurch alle Gemächer. Kein Jakob erschien.
Neugierige Nachbarn hatten sich indessen zu ihm herein-gedrängt. Er befragte sie nach seinem Bedienten.
„O der ist fort!" —
„Mein Jakob sort? — Vielleicht todt?" —
„Nicht todt, sondern entlaufen." —
„O Leutchen, vcrläumdet nicht! So schlimm konnte Ja-kob nicht an mir handeln." —
„Es ist aber wahr. Er ist wirklich entwichen, undhat alle Ihre Habseligkeitcn, die er sortbringen konnte,mit sich genommen." —
„O Jakob, Jakob, auf dessen Treu' und Ehrlichkeit icheine zweite Stadt Petersburg gebaut hätte! Wie ist dasmöglich?"
„Ja, ein liederliches Weibsbild hat ihn verführt." —
„Ein Weib!!" rief Limbach und stürzte, wie vom Blitzegetroffen, todt darnieder.
Lonabein'S sämmtl. Schr. XIII. Bd.
15