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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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Man soll euch Böscwicht, wohl erst auf die Sprünge Hel-sen? Darauf wartet nicht! Wir gebe» euch noch drei TageBedenkzeit, und wenn ihr alsdann nicht gutwillig gesteht,so bekommt ihr die Knute."

Ich ward letzt in mein Gcfangniß zurück und am drittenTage wieder zum Verhör gebracht.Wollt ihr noch nichtbekennen?" schrie mir derselbe Tyrann entgegen.Was sollich bekennen?" antwortet' ich mit Thronen:Der Himmelist Zeuge meiner Unschuld an allen nur erdenklichen Ver-brechen!"Za, jasprach der Richter:das ist dergewöhnliche Gesang der Vögel eurer Art. Wartet, wirwollen euch bald anders pfeifen lehren! Hinaus mit dem" Kerl, und knutct ihn so lange, bis er alles haarklein be-

kennt, was er verbrochen hat!"

- ^ Zwei Büttel versuchten nun fünf Minuten lang an mir

die Starke ihres Arms und die Haltbarkeit ihrer Kuut-peitschen. Zeh litt mit stummem Schmerz. Der harthcr-, , zigc'Mensch, auf dessen Befehl ich gegcissclt ward, stand

dabei; ich würdigt ihn aber keiner Bitte um Schonung.

. Endlich gebot er von selbst, einzuhaltcn und mich wie-

' der in mein Gcsängniß zu führen.

Hier vcrjammcrt' ich volle sechs Monate in der schreck-!, : , ^ lichstcn Ungewißheit meines Schicksals. Ich fragte von

Zeit zu Zeit den Kerkermeister, der mir täglich Wasser. und Brod reichte, was den» zuletzt noch mit mir werden

^ würde? Seine Antwort war immer:Er wisse das nicht:

- ^ denn cs scp von mir im Gericht gar nicht mehr die Rede."

. Endlich riß er einmal zu einer ungewöhnlichen Stunde

und mit ungewöhnlicher Eilfertigkeit meine Kerkerthür aufund sagte keuchend:Fort, fort! Ihr sollt augenblicklichvyr dem Fürsten Potcmkin erscheinen!"

Ich zitterte bei diesem furchtbaren Namen, und wankte,