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„Man soll euch Böscwicht, wohl erst auf die Sprünge Hel-sen? Darauf wartet nicht! Wir gebe» euch noch drei TageBedenkzeit, und wenn ihr alsdann nicht gutwillig gesteht,so bekommt ihr die Knute." —
Ich ward letzt in mein Gcfangniß zurück und am drittenTage wieder zum Verhör gebracht. „Wollt ihr noch nichtbekennen?" schrie mir derselbe Tyrann entgegen. „Was sollich bekennen?" antwortet' ich mit Thronen: „Der Himmelist Zeuge meiner Unschuld an allen nur erdenklichen Ver-brechen!" — „Za, jasprach der Richter: „das ist dergewöhnliche Gesang der Vögel eurer Art. Wartet, wirwollen euch bald anders pfeifen lehren! Hinaus mit dem" Kerl, und knutct ihn so lange, bis er alles haarklein be-
kennt, was er verbrochen hat!" —
- ^ Zwei Büttel versuchten nun fünf Minuten lang an mir
die Starke ihres Arms und die Haltbarkeit ihrer Kuut-peitschen. Zeh litt mit stummem Schmerz. Der harthcr-, , zigc'Mensch, auf dessen Befehl ich gegcissclt ward, stand
dabei; ich würdigt ihn aber keiner Bitte um Schonung.
. Endlich gebot er von selbst, einzuhaltcn und mich wie-
' der in mein Gcsängniß zu führen.
Hier vcrjammcrt' ich volle sechs Monate in der schreck-!, : , ^ lichstcn Ungewißheit meines Schicksals. Ich fragte von
Zeit zu Zeit den Kerkermeister, der mir täglich Wasser. und Brod reichte, was den» zuletzt noch mit mir werden
^ würde? Seine Antwort war immer: „Er wisse das nicht:
- ^ denn cs scp von mir im Gericht gar nicht mehr die Rede."
. Endlich riß er einmal zu einer ungewöhnlichen Stunde
und mit ungewöhnlicher Eilfertigkeit meine Kerkerthür aufund sagte keuchend: „Fort, fort! Ihr sollt augenblicklichvyr dem Fürsten Potcmkin erscheinen!" —
Ich zitterte bei diesem furchtbaren Namen, und wankte,