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und ließ ihn in allen weiblichen Hausgeschäften unterrich-ten. Er fegte meine Stuben, kochte meine Speisen undwusch meine Wäsche. Alles, was übrigens unumgänglichnothwendig mit Frauenzimmern zu vcrabhandcln war,ging durch meinen treuen Jacob und mußte außerhalb dcSHauses gcschehn. Meine Schwelle durfte kein für mich sogefährliches Geschöpf betreten. Wenn ich eins sah, drückt'ich die Augen zu und verstopfte meine Ohren vor derStimme dieser Spreneu.
Durch diese strengen Maßregeln gelang es mir dreißigJahre lang in uncrschüttcrtcr Zufriedenheit zu leben. Ichwar nun ein grauhaariger Sechziger, und glaubte festund gewiß, ohne weitere Lebcnsstürme in den Hafen derRuh' einzulaufcn.
Plötzlich aber weckten mich einSmals um Mitternachtdonnernde Schläge an meine Hausthür. Ich sprang ausdem Bett' ans Fenster, und sah meine Wohnung von Sol-daten belagert, die mir, im Namen der Kaiserin, aufzu-machen geboten. Jacob ließ sic herein. Sie nahmen michgefangen, schleppten mich fort und setzten mich gefesselt aufeinen Wagen, der Tag und Nacht mit mir fort nach Pe-tersburg rollte.
Hier ward ich in einen dunkeln Kerker geworfen, woich in achttägiger Einsamkeit mein ganzes Leben überdachte.Ich fand mich rein von jeder gesetzwidrigen That, und csblieb mir daher unbegreiflich, wodurch ich Ketten undBande verdient hatte.
Endlich ward ich vor Gericht geführt. Man schnob michan: „Gesteht eure Verbrechen!" — Ich bat, man möchtenur die Gnade haben, mir die Beschuldigungen, welchegegen mich angebracht worden wären, bekannt zu machen.„Ha!" rief der Richter mit einem teuflischen Gelächter: