Druckschrift 
9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
216
Einzelbild herunterladen
 

216

in (er nannte meinen Wohnort) eine lustige Geschichtebegeben. Ein Abenteurer, der in der Welt herumzieht undsich für einen Baron ansgibt, kommt neulich dahin undreitet eines Tages in der umliegenden Gegend spazieren.Indem er bei einem ländlichen Hause vorbeitrabt, erblickter ein allerliebstes Francnzimmergcsichtchen am Fenster.Ihn gelüstet, mit diesem Püppchen zu kosen. Er hält alsostill und spricht: Können Sic mir nicht sagen, meine Schöne,wohin dieser Weg führt?

Das Frauenzimmer antwortet: Nein!

Wissen Sie auch nicht, fragt er weiter: wie das nächsteDorf heißt?

Me Dame sagt wieder: Nein! Kurz, sie beantwortetzwanzig und mehrere Fragen alle mit Nein.

Der Reiter stutzt und denkt: Das gute Dämchen mußentweder, bis auf das einzige vermaledeite Wort, stummscpn, oder cs steckt sonst etwas dahinter.

Er gibt nun seinen Frage» eine andere Wendung undruft hinauf: Sie zürnen doch wohl nicht, daß ich mir dieFreiheit genommen habe, mit Ihnen zu sprechen?

Nein.

Es ist Ihnen vielleicht auch nicht mißfällig, wenn ichhier ei» wenig abstcige?

Nein.

Sie verbieten mir also nicht, Ihnen meine untcrthänigsteAufwartung zu machen?

Nein.

Der Glücksritter steigt nun ab und stiefelt ohne weitereUmstände ins Haus.

Hier gibt der Schlaukopf alle seine Wünsche durch ähn-liche Fragen kund. Die Dame bleibt bei ihrem ewigenNein und gewährt ihm dabei so viel, als das gutwilligste