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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
214
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Ich hielt so gut an mich, als ich konnte, und setzte dasLicht auf den Tisch. Jetzt erblickte der Astronom sein ge-schwärztes Angesicht in einem gegenüber hängenden Spie-gel, fuhr plötzlich, vor sich selbst erschreckend, vom Stuhlauf und warf einen hastigen Seitenblick ans meine Frau.Ich fiel, schier vor Lache» erstickend, auf den Sopha. Eraber ergriff Hut und Stock und lief ohne Abschied davon.

Röschen sah verschämt vor sich nieder und lachte nicht.Sich doch, mein Täubchen," sprach ich, nachdem ich einwenig wieder zu mir selbst gekommen war:sieh doch,was hast du mit dem Professor gemacht?"

Nichts, lieber Mann!" antwortete sie crröthcnd:Erbat mich nur um einen Kuß."

So? Das nennst dn nichts? Warst wohl also gleichwillig dazu?"

Nun ja! Ich kann nicht gern Jemanden etwas ab-schlagcn."

Ei, das ist ein verdammter Fehler von einer Ehefrau,wenn sie Mannspersonen nichts abschlagen kann!" ries ichund stampfte mit dem Fuß:Diese Schwachheit mußt dudir durchaus abgcwöhuen! Mit dem alte» Sterngucker hatder Spaß nicht viel zu bedeuten; bist du mir aber gegenjunge Löffler eben so freigebig, so ist das der gerade Wegzur Scheidung."

Ich bereute hintennach den ganzen Schwank; denn derProfessor, mit dem ich manchen Winterabend angenehmverplaudert hatte, kam nicht wieder und ließ mich nunmeine Schelmerei durch lange Weile büßen.

Im nächsten Frühling rieth mir mein Arzt, zu Wieder-herstellung meiner etwas geschwächten Gesundheit in einentferntes ausländisches Bad zu reisen. Ich entschloß michdazu. Meine Frau wollt' ich nicht mitnchmcn; doch trug