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mir aber meine Sünde, daß ich die in Frage befangenenPoetische» Blätter als Macnlatnr verbraucht hatte, nochzeitig genug cinficl, so hielt ich's in jedem Falle für rath-samcr, mich auf's Längncn zu legen.
„Sie haben also diese Gedichte wirklich nicht gefunden?"sprach der Bediente: „O weh, so ist das Werkchcu verlo-ren! Dieß wird Ihr» Erccllcnz, die Hochselbst Verfasserindavon sind, äußerst unangenehm scpn." —
Diese Nachricht war mir ein Donnerschlag. „Jhro Er-ccllenz sind Dichterin?" stammelt' ich erschrocken.
„Eine große Dichterin ;" erwicdertc der Bediente: „undLberdieß Präsidentin der hiesigen gelehrten Damengesell-schast." —
Ein zweiter Donncrschlag.
Der dritte erfolgte unmittelbar darauf, indem der Be-diente seine Augen starr auf meinen mit Papillotcn be-pflanzten Kopf richtete und jämmerlich anfschric: „Wasseh' ich? Sie haben das hohe Mannscript zu Haarwickelnverbraucht? Um Gottes Willen, hier ist das Titelblatt!" —
„Er zeigte mit dem Finger anfmcine rechte Locke. Schnellriß ich die Düte derselbe» herunter, und fand sic leider sounglücklich gestaltet, daß die mit Kanzleibnchstaben gezirkel-ten Worte: „Lina's Gedichte" vollkommen zu lesen waren.Der Lakai schlug die Hände über dem Kopf zusammen undlief mit dem Geschrei: „Ach, was muß ich Ihr' Ercellcnzfür eine Hiobspost bringen!" aus dem Zimmer.
Ich stand so verblüfft, daß mir nicht einfiel, ihn aufzn-halten und ihm einen Schwcigepfennig in die Hand zudrucken. Geschwind warf ich mich aber in Kleider undeilte zu einigen Freunden, um sic wegen dieses häßlichenVorfalls zu Rathe zu ziehen.
Allenthalben wußte man bereits meine Geschichte; denn