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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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sich nun zu einem zweite» Sturm. Im Augenblick, da sieanliefen, warf ich mich in die Flucht. Die Thür, welchenun keine» Widerhall mehr hatte, schlug auf, und Apollo'sTöchter kollerten und stürzten über einander hin auf dieDielen des Vorsaals.

Ucbcr die lustige Niederlage. hätt' ich auf dem Gerüstder Köpfmaschine hell auflachcn müssen. Natürlich bliebich also nicht still, da ich mich in voller Sicherheit auf derTreppe befand. Die gefallenen Matronen rafften sich auf,um mir eine Fluth Schimpfwortc und ein prasselndes Ha-gelwetter von Ruthen, Büchern, Pantoffeln, Dintcnfässcrnund Streusandbüchsen nachzuschicken. Um von diesem Un-gcwittcr ein Andenken zu habe», hob ich eine Papierrolle,die mir ziemlich derb an den Kops flog, von der Erdeauf und entrann damit aus dem Hause.

Diese mitgenommene Bombe war ein Manuskript unterdem Titel:Lina's Gedichte."

Ich durchlas diese Reimereien und fand sic so elend,daß ich sic am folgenden Morgen meinem Friseur zu Haar-wickel» hingab, und an dem von ihm übrig gelassenen Nesteine Pfeife Tabak anzündcte.

Indem ich dich that, ward ein Bedienter des Kriegs-rninistcrs bei mir gemeldet. Voll froher Erwartung, daßer mir vielleicht meinen Bcstallungsbrief überbringcn würde,rief ich ihn sogleich in mein Zimmer. Er hatte jedoch keinenAuftrag vom Minister, sondern brachte mir von dessenGemahlin ein Kompliment mit der Anfrage:Ob ich nichtgestern am bewußten Orte ei» Manuskript von Gedichtengefunden und zu mir genommen habe?"

Ich stutzte:Was in aller Welt kann die Ministerinmit diesen Bagatellen zu schaffen haben?" dacht' ich undwollte schon mit einem ehrlichen Ja heransplatzen. DaLangbein'S seimmtt. Sehr. XIII. B». 14