gen war ich außer Lebensgefahr, und meine Wunde» schmerz-ten mich nun nicht so sehr, als der Gedanke, daß Sieohne Noth landflüchtig geworden waren. Kaum suhlt' ichmich vollkommen wieder gesund, so faßt' ich.den Vorsatz,Ihnen nachzureisen. Dieß war' ein lächerlicher Nittcrzuggewesen, wenn ich Sic blindlings von Oste» nach Westenhätte suchen wollen: nein, ich richtete meine Fahrt ohneUmweg hierher; denn ich hatte schon Spuren, daß Siesich an diesem Ort aufhiclten. Ucbcrdicß bracht' ich vormeiner Abreise durch den Einfluß meiner Familie bei HofeIhre Sache dahin, daß Sic entweder vorwurfsfrei in IhrRegiment wieder eintrcten oder einen ehrenvollen Abschiederhalten können." —
„O ich Unmensch!" rief ich gerührt: „Einen so biedernMann wollt' ich wegen eines niederträchtigen Weibes mor-den ? Diese Tollheit verzeih' ich mir so wenig, als ich Ih-ren Edelmulh, Herr Graf, jemals vergessen werde. Ichdank' Ihnen herzlich für Ihre Verwendung beim Fürstenund wähle den Abschied; denn nie mag ich meine Vater-stadt wieder sehe», wo ich vo» Weibern so entsetzlich gc-mißhandclt worden bin." —
Der Graf schenkte mir noch einige Tage seinen Umgang,und ich fand immer mehr und mehr in ihm die Wahrheitbestätiget, daß Lebemänner (ihre Ausschweifungen, durchdie sie doch nur sich selbst schaden, abgerechnet) gemeinig-lich Menschen vom besten Herzen sind.
Als er wieder abgercist war, schrieb ich um meinenAbschied und erhielt ihn. Ich setze mich nun mit meinem Va-terlands aus aller Verbindung. Dagegen beschloß ich, mei-nen kaum abgelegten Degen zum Dienst des Staats, in demich mich jetzt aufhiclt, wieder zu ergreifen. Es glücktemir, mich dem KricgSministcr so vortheilhast zu empfehlen,