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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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ein Verbannter und Geächteter gelebt hatte, ward ich einesAbends, als ich eine menschenleere Allee vor der Stadtdurchstrich, mit Bestürzung gewahr, daß eine Mannsper-son, die in einen Mantel gehüllt war, auf dem Fuße mirfolgte. Ich verdoppelte meine Schritte. Mein Nachschlei-cher blieb mir aber dennoch auf den Fersen und rief end-lich leise hinter mir her:Limbach! Limbach!"

Zusammcnschaudcrnd eilt' ich, ohne mich umzuschen, im-mer vorwärts. Der Mantel rauschte mir nach, und dievorige Stimme, die mir nun etwas bekannt schien, riefwieder:Wenn Sie Limbach sind, so flieh» Sie nicht!Ich bring' Ihnen gute Nachrichten vom Grafen Osseck.Er lebt noch ich bin cs selbst."

Mir war jetzt, da ich so plötzlich von der Gewissensangsteines Mörders befreit wurde, nicht anders, als ob michein Engel von den Tobten erweckte. Freudetrunken kehrt'ich mich um, und taumelte, alle Fehde vergessend, in dieoffene» Arme des Grafen.

O was waren wir für Thoren," sprach er:daß wiruns wegen eines verächtlichen Geschöpfs wie Löw' undTiger anfielen! Danken Sie dein Himmel, Limbach, daßsich Rosalic, diese listige Tugcndhcuchlerin, noch zeitig ge-nug selbst entlarvte! Sie zeigte sich Ihnen in der nackte»Häßlichkeit ihrer Seele, weil sie an mir eine feste Erobe-rung gemacht zu haben glaubte und solche nicht anderszu behaupten wußte. Seitdem hat sie verschiedene Malmit ihren Liebhabern gewechselt; denn kaum waren Siegeflohn und mein Tod schien gewiß, so kamen andere Her-ren ans Bret. Doch kein Wort weiter von ihr!

Unser Zweikampf ist, wie Sic sehen, glücklicher abgelau-fen, als wir Beide dachten. Sic, mein hitziger Freund,hatten mir zwar tüchtig zugcsctzt; doch innerhalb acht Ta-