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Ich durchwachte dic schrecklichste Nacht meines Lebens.Mit Anbruch des Tages war ich im Park. Der Graferschien. Bei seinem Anblick kochte das Blut in meinenAdern. Ich verabscheut' ihn, als den Mörder meines höch-sten Glucks, zog wüthend den Degen und hieb und stachum mich herum in blinder Raserei. Nach einem kurzenGefecht sank mein Gegner blutend zur Erde. „FliehenSie!" rief er mir zu: „Ich bin tödtlich verwundet." —Schon stand ein gesatteltes Pferd für mich bereit, undmit verhängtem Zügel flog ich über dic nahe Gränzc desLandes. Hier warf ich mich voll Verzweiflung auf denBoden und bejammerte mein unabsehbares Unglück. Ineinem kurzen Zeiträume von zwölf Stunden halt' ich nichtnur alles, was mir lieb war, sondern beinah auch denVerstand verloren, war ein Ausreißer und Mörder gewor-den, und in diesen Abgrund des Verderbens hatte michdie Falschheit eines angcbeictcn Weibes gestürzt. —
Ich wußte nicht, wohin ich mich wenden sollte. Nachlangem Grübeln saßt' ich endlich den Entschluß, mich indas Getümmel der Hauptstadt"" zu mischen, von der ichnoch ungefähr vierzig Meilen entfernt war. Der Gedanke,daß ich dort entdeckt und verhaftet werden könnte, hattenicht Gewicht genug, mich abzuschrcckcn; denn mein Lebencckeltc mich an.
Ich verkaufte nun im nächsten Städtchen mein Pferd,änderte meine Kleider und wandcrte nach"" zu Fuß. Hierlebt' ich unter einem fremden Namen einige Monate wieein Einsiedler. Nach und nach aber fing ich an, öffent-liche Spaziergänge in der Abenddämmerung zu besuchen.Ans meiner Vaterstadt hatt' ich keine Nachrichten, weilNiemand wußte, wohin ich geflüchtet war.
Nachdem ich ungefähr ein halbes Jahr so unruhig wie