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düng. Nosalic war arm. Sic nährte sich und ihre Mut-ter bloß durch fleißiges Arbeiten am Stickrahmen. Ichward ein Verschwender, um ihr Schicksal zu verbessern.Ihre armselige Wohnung schuf ich in einen kleinen Pa-last um, und dünkte mich au meines Liebchens Seite glück-licher, als alle Fürsten der Erde.
Als dieses paradiesische Leben ungefähr zwei Monategedauert hatte, zwangen mich Familienangelegenheiten, zuverreisen. Ich versprach Nosalicu, die beim Abschiede ganzuntröstlich schien, längstens innerhalb vierzehn Tagen zu-rückzukommcn. Doch ward ich früher, als ich gehofft hatte,mit meinen Geschäften fertig. Ich warf mich rastlos voneinem Kuricrpfcrd aufs andere, und stieg schon am Abendedes zehntel! Tages vor meiner Wohnung wieder ab.
Mit der Schnellfüßigkeit eines Eilboten lief ich stracksauf Nosalicns Haus zu. Ich rannte gegen zwanzig Men-schen an; denn ich hatte die Augen nur starr und stierauf meines Mädchens Fenster gerichtet. Mit Verwunde-rung sah ich sie ungewöhnlich hell beleuchtet. Ich wußtemir diese Illumination nicht anders zu erklären, als daßdie gute Seele vielleicht durch einen Zufall meine Rück-kunft schon erfahren und mir zu Ehren ein kleines Fest««gestellt habe. Mit diesem tröstlichen Gedanken flog ich,ohne mich vorher mit Anklopfen abzugcben, in ihr Zimmer.
Doch ich kam nur einen Schritt über die Schwelle;denn hier ward ich vor Schrecken gleichsam zur Bildsäule,als ich meine Geliebte in den Armen eines jungen Gra-sen von Osseck, eines berüchtigten Wollüstlings, erblickte.Die Ungetreue sprang auf, als sähe sie ein Gespenst. DerGraf blieb ruhig sitzen und maß mich stolz mit den Augen.
Nach einer halben Minute hatte sich die Buhlerin ge-faßt, und kam mit der Miene, als ob ich ein unbekann-