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mehr einer zärtlichen Mutter, als einer um Lohn gedun-genen Wärterin. Und ach! sie war wirklich die Mutterdes Knaben, der in meinem Hause wie ein Prinz erzo-gen ward, den ich drei volle Jahre für meinen Sohnhielt. —
Ich wäre vielleicht ewig in diesem Jrrthum geblieben,hätte nicht die furchtbare Gestalt des Todes von jenerboshaften Dirne ein schreckliches Gehcimniß erpreßt.
Sie ward in meinem Hause krank und verlangte nachder Wohnung und Pflege ihrer Verwandten. Ich ge-währt' ihr gern diesen Wunsch. Ihre Krankheit stieg abervon Tag zu Tage.
Endlich ließ sic mich bitten, zu ihr zu kommen, weil siemir eine Sache von der höchste» Wichtigkeit zu entdeckenhabe. Ich eilte hin, fand sic in ei» Gcripp verwandeltund schon am äußersten Rande des Grabes.
„Ich kann nicht sterben;" — sagte sic unter tausendThränen und mit kaum hörbarer Stimme: — „ich kannnicht sterben, ohne Ihnen einen Betrug zu entdecken, derfelscnschwer auf meiner Seele liegt. Gott und Sie mö-gen mir ihn vergeben!" —
Gerührt durch ihre Leiden, sprach ich sanft: „Ich ver-gebt euch im voraus und Gott wird cs auch thun. Er-leichtert nur geschwind euer Herz!" —
„Nun so hören Sie denn mein reuiges Bekenntnis!"-fuhr sie schluchzend fort: „Der Knabe, den ich bisher inIhrem Hause gepflegt und gewartet habe, den Sie alsIhren Sohn liebe», ist mein eigenes, für todt ansgege-henes Kind." —
Ich erstarrte. „O Himmel!" rief ich aus: „wo bliebmein Sohn, mein Albert? — Schändliche Kreatur, hastdu ihn gemordet?" —