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kommt, um mir und meiner lieben Hausfrau eine Messezu lesen. Nu» mag ich ihn aber, da ich abwesend bin,nicht gern in meinen vier Pfählen dulden; den» die Pfaf-fen sind lose Wichte, die das Gelübde der Keuschheit lie-ber brechen, als erfüllen. Reite daher spornstreichs zurückund gebiet' Angeliken in meinem Namen, den Meßpriesternicht vor sich zu lassen." —
Konrad schüttelte bedenklich den Kopf und crwicdcrte:„Verzeiht mir, edler Ritter! Sollte das die gestrengeFrau nicht vielleicht von selbst thun?" —
„Mit deinem Vielleicht!" fuhr Hugo auf: „Ich gehedoch sicherer, wenn ich's ihr befehle." —
„Meint Ihr?" versetzte der Knappe: „Ich denke mirin meiner Einfalt gerade das Gcgcnthcil. Folgt einmaldem Rath eines treuen Dieners und unterlaßt das Ver-bieten bei einer so kitzlichcn Sache!"
„Kitzlich hin, kitzlich her!" rief der Ritter unwillig:„Ich weiß nicht, was du heute für ein Grillenfänger bist!Fällt dir's etwa unbequem, ein Stündchen Weges zurückzu reiten?" —
„Ha, wenn Ihr in diesem Ton redet," sprach Konrad:„so Hab' ich nichts weiter zu sagen." — Hierauf gab erseinem Gaul die Spornen und jagte rückwärts nach derBurg.
Angelika sah ihn hereinsprcngen und rief erschrocken ausdem Fenster: „Was kommst du so eilig zurück? Es istdoch wohl meinem Herrn kein Unglück begegnet?" —
„Nein, gestrenge Frau!" antwortete Konrad: „Der edleRitter ist aber besorgt, daß Euch ein kleiner Unfall wider-fahren möchte, wenn Ihr etwa Lust bekämt, auf unsermMoloß zu reiten." —
„Ich reiten? — Auf dem groben Hetzhunde reiten?"