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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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kommt, um mir und meiner lieben Hausfrau eine Messezu lesen. Nu» mag ich ihn aber, da ich abwesend bin,nicht gern in meinen vier Pfählen dulden; den» die Pfaf-fen sind lose Wichte, die das Gelübde der Keuschheit lie-ber brechen, als erfüllen. Reite daher spornstreichs zurückund gebiet' Angeliken in meinem Namen, den Meßpriesternicht vor sich zu lassen."

Konrad schüttelte bedenklich den Kopf und crwicdcrte:Verzeiht mir, edler Ritter! Sollte das die gestrengeFrau nicht vielleicht von selbst thun?"

Mit deinem Vielleicht!" fuhr Hugo auf:Ich gehedoch sicherer, wenn ich's ihr befehle."

Meint Ihr?" versetzte der Knappe:Ich denke mirin meiner Einfalt gerade das Gcgcnthcil. Folgt einmaldem Rath eines treuen Dieners und unterlaßt das Ver-bieten bei einer so kitzlichcn Sache!"

Kitzlich hin, kitzlich her!" rief der Ritter unwillig:Ich weiß nicht, was du heute für ein Grillenfänger bist!Fällt dir's etwa unbequem, ein Stündchen Weges zurückzu reiten?"

Ha, wenn Ihr in diesem Ton redet," sprach Konrad:so Hab' ich nichts weiter zu sagen." Hierauf gab erseinem Gaul die Spornen und jagte rückwärts nach derBurg.

Angelika sah ihn hereinsprcngen und rief erschrocken ausdem Fenster:Was kommst du so eilig zurück? Es istdoch wohl meinem Herrn kein Unglück begegnet?"

Nein, gestrenge Frau!" antwortete Konrad:Der edleRitter ist aber besorgt, daß Euch ein kleiner Unfall wider-fahren möchte, wenn Ihr etwa Lust bekämt, auf unsermMoloß zu reiten."

Ich reiten? Auf dem groben Hetzhunde reiten?"