9?ittcr Hugo hatte bis in sein fünfzigstes Jahr keineandere Liebschaft, als eine gefüllte Humpe. Statt Minne-spiel aufzusuchen, zog er Turnieren nach und kam immersiegreich zurück. Endlich ward er doch von dem »«bärti-gen Kämpen Amor aus dem Sattel seiner Gleichgültigkeitgehoben.
Er sah Angeliken, des Landes schönste Dirne.
Veraast sein graues Haar,
Und führte sic, um's Schicksal seiner StirneGanz »»besorgt, zum Traualtar.
- Zum Glück war Angelika ein züchtiges Weiblein, dasalle buhlerischen Schmetterlinge, welche die Blume ihrerSchönheit umgaukclten, durch strenge Tugend verscheuchte.Hugo kannte die geprüfte Treue seiner Gemahlin, undhielt sie dcßwegcn wie seinen Augapfel lieb und werth.
Eines Morgens ritt er über Feld, um bei einem be-nachbarten Waffenbruder cinznsprechcn. Hinter ihm trabteKonrad, sein alter, ehrlicher Knappe. Als sie ungefährdie Halbscheid des Weges im Rücken hatten, hielt der Rit-ter plötzlich still und begann: „Höre, Konrad, mir fällteben ein Ding ein, das mich wurmt. Es ist gerade heutder Tag, da Bruder Nicolaus gewöhnlich in die Burg