Druckschrift 
9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
177
Einzelbild herunterladen
 

177 b»-

5ponS, sattle mir schleunig den Rappen!

2ch will wohl den Schelm noch ertappen."

Drauf warf er sich rasch auf das mntpige RoßUnd flog aus den, Hof, wie ein Pfeil po», Geschoß.

Der Lumpenritter war auch eben nicht wie eine Schneckegezogen. Er hatte schon ein Wäldchen erreicht, das bei-nahe eine Vicrtclmcile hinter dem Dorfe lag, als er denHufschlag eines galoppircnden Pferdes von Weitem hörte.

Ha," dacht' er:gewiß ein Reiter, der mir nacheilt!" Und schnell verbarg er sein erobertes Bündel im näch-sten Gesträuch. Hierauf ging er langsam, wie ein unver-dächtiger Wanderer, einige Schritte weiter, und setzte sichendlich, um sich nicht allzuweit zu entfernen, auf einenStein an der Landstraße.

Eine Krümmung des Weges hatte den Schultheißen ver-hindert, die Partiererei des Packs in dem Strauch zu sehen.Ueberdieß war ihm, trotz seines Klughcitsdünkels, nichteingefallen, nach der Gestalt des Paradiesvogels zu fragen.Sollt' er nun de» ehrlichen Pilger, der ganz unbefangenda saß und kein Gepäck bei sich hatte, dafür halten?Das schien ihm ungerecht. Er ritt also höflich heran underkundigte sich:Ob nicht ein liederlicher Kerl mit einemBündel vorbcigclaufcn ftp?"

Ja wohl!" sprach der Franze:Diesen Augenblicksprang ein luftiger Bursch, mit einer Hock' unter demArm, hier über den Wildzaun und drängte sich dann insdickste Gestrüpp. Ich hatte meine Gedanken, daß cs wohlgar ein Dieb sepn möchte."

Freilich ist's so ein verdammter Hund!" rief Herr Ca-spar:Wenn ich ihn erwische, so will ich ihn fürchterlichwalken. Ich weiß nur nicht, wo ich mein Pferd lassenLengbein'S fümmll. Schr. XIII. Dd. 12