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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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Er zog also Abends vor der beschlossenen Abreise denWirth auf die Seite und gab ihm einen freundschaftlichenWink, die Rechnung für seinen Herrn ja nicht mit dop-pelter Kreide zu schreiben, weil ein solches Beginnen schonmehreren Wirthcn den Hals gekostet habe. Nach dieserWarnung überschwemmte er die Ohren des Nnndbauchsmit einem Strome von Mährchen, die alle dahinaus lie-fen, daß sein Herr entweder der Höllenfürst selbst oder dochwenigstens einer seiner gehörnten und geschwänzten Hof-cavaliers ftp, der in menschlicher Gestalt herumziche wieein brüllender Löwe, und suche, welchen doppelt schreiben-den Gastwirth er verschlinge.

Zum Unglück aber war der Mann, den Jäkel in's Bocks-horn jagen wollte, nicht nur ein starker Körper, sondernauch ein starker Geist. Dafür galt er wenigstens in sei-nem Städtlcin, weil er bei jeder Gelegenheit, um sich dasAnsehen eines Philosophen zu geben, den Gespensterglan-ben seiner ehrsamen Mitbürger verhöhnte. Er fürchtete sichübrigens im Dunkeln so gut als jeder Andere, und oftsogar vor seinem eigenen Schatten. Doch jetzt lachte erwirklich aus seines Herzens Grunde dem Reitknecht in'sAngesicht; denn er durchschaute die ökonomische Absicht sei-ner Dichtungen, und der jovialische Kpan sah ihm auchgar nicht wie ein Kind der Finsterniß aus.

Er ließ sich daher in seiner gewöhnlichen Rechnungs-Weise nicht irren, und entwarf zum Trotz, und um seineStarkgcisterei zu bewähren, ein so fürchterliches Laus-Deo,daß Jakob und sein Gebieter höchlich darüber erstaunten.

Sie hielten Rath und beschlossen, ohne Handel undWortstrcit den Zettel zwar zu bezahlen, dessen unverschäm-ten Verfasser aber einen empfindlichen Schabernack zu thun.Zu diesem Behuf glühte Kpan, als seine Pferde gezäumt

Lmigbeln'6 sömmtt. Sehr. XIII. Bd. 10