Druckschrift 
9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
144
Einzelbild herunterladen
 

^ 144 b-

Hände wie ein reuiger Sünder und stammelte:Ihr Gna-den, Ihr Ercellenz, verzeihen Sie meine gestrige Grob-heit! Ich war betrunken ich war von Sinnen. Ummeine Schuld abzubüßcn, bitte ich mir zur Gnade aus,an das bischen Rechnung nicht weiter zu denken. Ich bintausendfach bezahlt durch die Ehre, daß ein so großer Herrin meinem Hüttchcn cingckchrt ist. Reisen Sie, Ihr Er-cellenz, reisen Sie glücklich!"

Die vermeinte Höllcn-Ercellcnz unterdrückte den heftig-sten Drang znm Lachen und rief ernsthaft herunter:Narr,komm' er doch! Ich habe so viel Geld, daß ich ihm Hausund Hof abkanfcn konnte." Allein wer nicht kam, warder fliehende Gastgeber, der sich nun in dem heimlichstenSchlupfwinkel seines Hauses so lange verbarg, bis er diefremden Rosse znm Thor hinanstrabcn hörte.

Er ließ sich auch lange von Niemand ausredcn, den be-rüchtigten Ziegcnfüßlcr beherbergt zu haben. Erst dann,als ihm Kpan seine Schuld übersandte, und die Münzensich natürlich nicht in Asche verwandelten, fing er nachund nach selbst an zu glauben, daß er vom Herrn undvom Diener geäfft worden scp.

3 .

Da diese Teusclsposse dem Baron so gut geglückt war,fiel es ihm kurz nachher in einem andern Städtchen wie-der ein, sie noch einmal zu spielen. Der Gastwirth beidem er dort hauste, war ein grober Dickwanst, der weitund breit im Geruch der Prellerei stand. Uebcrdicß hatteKpan wieder flott gelebt, und er befürchtete daher ausdoppeltem Grunde, ganz nackt und kahl gerupft zu werden.

Dem sollte und wollte nun Jakobs Genie Vorbeugen.