-O-D 33
Sie sich aus meinen Augen, und wagen Sie nie wie-der, diese Schwelle zu betreten."
Der Kammerjunker, der einen so leichten Abzug nichterwartet hatte, sprang fröhlich aus seinem Schlupfloch her-vor, nahm die Thür in die Hand, bückte sich gegen denHauptmanu und sagte mit höhnischer Miene: „VerzeihenSie! Ich hätte dieses Abenteuer gar nicht zu bestehen ge-wagt, wenn mir Ihre angenehmen Verhältnisse mit Mam-sell Richard bekannt gewesen wären."
„Schurke!" rief der Offizier, indem er ihn mit der Flächedes Degens schlug: „Jedes Wort deines Mundes ist Gift!"
Der feige Schranz wagte weder Verantwortung nochGegenwehr, sondern entzog sich stärkern Züchtigungen durchdie Flucht. Er setzte mit mächtigen Sprüngen, ohne sichumzusehen, die Treppen hinab und entrann aus dem Hause.
18.
Während ihn der Hauptmann verfolgte, war MadamBerger, durch dieses Getümmel erweckt, zu Marianen ge-eilt, die sich indessen auch in Kleider geworfen hatte. Siezerfloß fast in Thräne» über die crlittete Schmach, undwar so außer sich, daß sie nur mit halben, vom Schmerzgebrochenen Worten ihrem jetzt zurückkommcndcn Netterdanken konnte.
„Fassen Sic sich, liebes Kind!" fiel ihr der Biedermannins Wort: „Fassen Sie sich! Was hat die ganze Sacheweiter zu bedeute»? Es ist mir lieb, daß ich so glücklichwar, dem ungezogenen Burschen noch zeitig genug einenStrich durch die Rechnung zu machen. Ich bemerkte gegen eilfUhr ein leises Anfschlicßcn der Hausthür, und dann eingeheimes Schleichen und Flüstern auf der Treppe. Dieß
L»»g!>c in'S sämmtl. Schr. XIII. Bl>. 3