Druckschrift 
9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

-->D 32 <T<>-

ncn, raffte behend sich empor, schoß wieder mit der Hasteines Raubvogels ans Mariancns Lager zu , und bemühtesich, ihr die Decke gewaltsam zu entreißen. Sie kämpftedagegen mit lautem Nvthgcschrci.

In diesem Augenblicke dröhnte der einsame Vorsaal vonstarken, eilenden Mannsschrittcu. Einen Augenblick späterstürzte der brave Hanptmann, in der Linken ein Licht, inder Rechten den blanken Degen, zur Thür herein.Be-ruhigen Sic sich, edles Mädchen! rief er flüchtig Maria-nen zu, ging sodann stracks dem Äammcrjunter, der sick-still in einen Winkel gedrückt hatte, zu Leibe, und beleuch-tete das zitternde Männchen vom Kopf bis zum Fuße.

Sieh da, Herr von Windhorst!" sprach er!Was ha-ben Sic für Geschäfte, wen» ich fragen darf?"

Der Junker rieb mit erzwungenem Lächeln die Hände,zuckte schalkhaft die Achseln, winkte verstohlen mit den Au-gen nach Marianen, und legte de» Finger auf den Mund.Er wollte durch diese Pantomime den Hanptmann überre-de», daß er mit Marianen ein Liebcsvcrständniß habe, wo-von sich ohne Unbescheidenheit nicht sprechen lasse.

Der Hanptmann verstand dieses Gcbcrdensplcl vollkom-men und fuhr ihn an:Pfui, Herr! Jede Muskel anIhnen vcrlänmdct. Reden Sic! Ich frage Sic zum letz-ten Mal: Was Sie hier wollen?"

Windhorst drängte sich immer fester an die Wand undstammelte furchtsam:Die Macht der Liebe Sic er-reichen, Herr Hauptmann eine gewöhnliche Geschichte."

Gewöhnlich? Sie nennen das gewöhnlich, wennman bei Nacht wie ein Dieb in fremde Häuser cinschleichtund ehrliche Mädchen im Schlaf überfällt? Sic sind einNichtöwnrdigcr, wen» Ihnen dieser Frevel gewöhnlich ist!Doch was gcb' ich mich lange mit Ihnen ab? Entfernen