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Sie hatte sich mit ihrer guten Wirthin bei dem Abend-essen völlig wieder ausgesöhnt, und versprach ihr, die ver-dächtige Zofe von jetzt an genauer zu beobachten. MadamBerger ging hierauf in ein Hinterzimmer zur Nahe. Ma-riane begab sich ebenfalls in ihr Schlafgcmach, das vonder Kammer des Dienstmädchens nur durch eine Wandund Thür geschieden war.
Bis gegen Mitternacht hatte sie ruhig geschlummert,als sie plötzlich, durch eine leise Berührung ihrer Lippen,erwachte. Sic fuhr ängstlich empor und erblickte mitSchrecken vor ihrem Bette den Kammcrjunkcr, der seineArme nach ihr ansstrecktc. Sie rief: „Gott! ich bin vcr-rathen! Hülfe! Hülse!" und warf sich zugleich nach derandern Seite, wo sie sich tief unter die Decke verbarg.
„Still, still, mein Engel!" sagte Windhorst mit halblauter Stimme: „Was braucht cs denn eben das ganzeHaus zu wissen, daß mich der Zauberer Amor durch dreiverschlossene Thürcn hierher geführt bat? Die alte Ma-trone schläft; das Kammerkätzchen Hab' ich entfernt; wirsind also ganz allein, und können, ohne Verlust unserSguten Nuss, einige glückliche Stunden genießen."
Mtt diesen Worten beugt' er sich zu ihr herab und wolltesie keck umarmen. Scham und Verzweiflung gaben ihrmännliche Stärke. Sie stieß de» Zärtling mit solcherKraft von sich, daß er an eine spanische Wand zurücktau-meltc und nebst derselben mit weit schallendem Gepolterzu Boden schlug.
Während dieser feindlichen Niederlage rief Mariane noch-mals um Hülfe. Der Schranz fluchte zwischen den Zäh-