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ten noch Drohungen. Die Verstockte blieb bei ihrem ewi-gen Nein. Man mußte sie, ohne die geringste Aufklärungerhalten zu haben, wieder abtreten lassen.
Madam Berger ricth, diese gefährliche Dirne sofort zuverabschieden. Mariane konnte sich dazu nicht entschließen.„Das Mädchen kann doch wohl unschuldig sepn;" sagte siesanft: „ES wäre doch zu hart, ein so armes Geschöpf we-gen eines bloße» Verdachts zu verstoßen." — Die vor-sichtige Alte schüttelte den Kops, ließ jedoch ihre Freundinnach Gutdünken schalten. Liscttc ward also begnadigt, unddes ganzen Vorfalls nicht weiter gedacht.
Nach wenigen Tagen aber sah sich Madam Berger ge-drungen, ihre Anklage zu wiederholen. Sic bemerkte beikisettcn allerhand neuen Modeputz, den sie sich von ihrengeringen rechtliche» Einkünften nicht verschafft haben konnte.Das behauptete sie jedoch mit vielem Trotz. Sie schlichiibcrdicß oft aus dem Hause, schien mancherlei geheimeBestellungen z» haben, und ihre unstäten Augen, die jedemscharfen Blick auSwichcu, vcrricthen ei» böses Gewissen.Mit einem Worte: sic machte sich so verdächtig, daß Ma-dam Berger cs für Pflicht hielt, Marianen dringender alsjemals zu warnen, und den Antrag auf Verabschiedungzu erneuern.
Diese gute Seele konnte sich jedoch immer noch nichtüberreden, daß Mette, der sic so viele Wohlthatcn erzeigthatte, mit heimtückischen Planen umgehe. Sie untersuchtedaher das räthsclhaftc Betragen der Angeklagten so wenig,daß die ehrliche Wittwc darüber vcrdrüßlich ward. IhrMißmuth war so gerecht als ihr Verdacht. Noch am Tageder letzten Warnung erfuhr Mariane sehr unangenehm«Folgen ihrer zu weit getriebenen Nachsicht.