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„Es ist mir länger »»leidlich, von Ihnen, liebenswür-dige Mariane, verkannt Zn sch». Die Vcrläumdung nenntmich sittenlos; allein ich verehre die Tugend, verehre siebei einer Schauspielerin doppelt. Die kleinen Tändeleien,womit ich Ihnen bisweilen lästig fiel, waren bloße Prü-fungen, worin Sic trefflich bestanden. Ich bitte, ich be-schwöre Sic, tugendhaft zu bleiben. Zur Eriunutcruuglege ich eine Kleinigkeit bei, wofür ich keinen Dank an-uchmc. Bleiben Sie — ich ermahne Sie nochmals rechtherstich und freundschaftlich — bleiben Sie tugendhaft! —Würden Sic aber einst andern Sinnes, und wollten als-dann mir vor allen Andern, die um Ihre Gunst werben,den Vorzug geben, so erbiete ich mich hiermit, Ihnen mitdoppelt so viel Dukaten, als dieser Brief enthält, monat-lich aufzuwartcn." —
Mariane las diesen Antrag mit Verachtung und Abscheu,und schrieb sogleich folgende Antwort:
„Ich bedarf keiner Cimuntcrnng zur Tugend. Sieerhalten also Zhr Gold zurück. Ich möchte nicht alleSchätze der Welt aus der Hand eines Mannes, der dasLaster höher, als die Tugend belohnen will." —
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Diese Zeilen schickte sic dem Kammcrjunkcr durch ihrDienstmädchen. Lift-te kam spät und ganz verändert zu-rück. Sie hatte vorher immer sehr nachtheilig vom Herrnvon Windhorst gesprochen; jetzt war sie unerschöpflich inseinem Lobe. Sic erzählte mancherlei schöne Fabeln vonihm. Er habe Marianens Zorn das größte Unglück sei-nes Lebens genannt und Ströme von Thräncn darübervergossen. Man sah cs ihrer Bercdtsamkeit, die uncrmü-