-»D 24
Ihn machte jedoch sein böses Herz zmn Schrecken desschönen Geschlechts. Ihm zu gefallen, hielt jedes ehrbareFrauenzimmer für ein Unglück. Die Schimpf- und Schaud-chronik der Stadt war voll seiner Thatcn. Er hatteWeiber mit ihren Männern, Mädchen mit ihren Elternentzweit. Genossene Gunstbezeigungen verriet!) er; undselbst, wo er zurückgcwicscn ward, prahlte er dennoch miterdichteten Siegen.
Dicß war der edle Mann, der Marianen täglich —wenn auch alle andere Gecken seines Schlages ausblic-bc» — hinter dem Theater aussuchtc, den sie aber auchimmer, mehr ais jeden Ander» , von Weitem schon floh.Sie beklagte sich endlich wegen seiner Zudringlichkeit beiWolfram, der sich schon längst darüber geärgert hatte,und jetzt dem Herrn Kammcrjunker fest und nachdrücklicherklärte, daß er sich seine Besuche hinter der Bühne ein-mal für allemal verbitte. Der feine Hofmann behandeltediese crnsthaite Verweisung wie einen Scherz, klopfte denDircctcur lächelnd auf die Achsel, und stellte sich des fol-genden Tages a» der Hinterthür des Theaters getrostwieder ein. Er fand sie aber von zwei schnurrbärtigenCherubim bewacht, die mit ihren gegen einander gekreuz-ten Gewehre» spanische Reiter bildeten, über die er zuspringen nicht für' gut fand, sondern sich in der Stillezurückzog.
11 .
Nun ward Ruhe. Mariane bemerkte jedoch mit innigerKränkung, daß der Dirccteur, ein erklärter Feind allerUnordnung, sich kälter als sonst gegen sie betrug. Siebat bescheiden um Erklärung. Er gestand: die vorgcfal-