-c-D 17
— Und ach! Mangel und Armuth verfolgen im Schauspie-lcrstandc nicht immer nur den leichtsinnigen Verschwender,selbst der beste Hanshaltcr wird oft, ohne seine Schuld,ihr Opfer. Ei» unstätcs, mit oftmaligen Reisen verbun-denes Leben macht cs unmöglich, sich so sparsam cinzurich-ten, als cs wohl an einem feste», unveränderten Wohn-orte geschehen könnte; und Krieg, Fürstenlaunc oder wech-selnder Modcgeschmack des Publikums setzen oft PlötzlichLen verdienstvollen Schauspieler ganz außer Brod. — Wemcs aber auch gelingt, sich mit Math und Kraft der Jugendüber den Finthen des Verderbens cmporzuhalte», der sinktdoch zuletzt noch unter, wenn das Alter die Nerven seinesKörpers und Geistes abspannt. Wer bietet alsdann einemitleidige Hand zur Rettung des Hnlfloscn? — Tausende,denen sein Knnsteifer ehemals Vergnügen schaffte, sehenmit kalten Blicken seinem Untergang zu, und mancherstetnhcrzigc Pharisäer schnaubt ihn wohl gar noch an:„Warum warst du nichts bcsscrs, als ein Komödiant ?" —
7.
„O Freund, Sie entwerfen ein trauriges Gemälde!" —
Und noch ist es nicht vollendet. Ich bin blos mit demVordergründe fertig, der die Unannehmlichkeiten des Thca-tcrlcbcns überhaupt darstcllt. Nun muß ich Ihnen nochcrst das Heer von Widerwärtigkeiten zeigen, welche dieSchauspielerinnen, besonders die chelosc», besonders tref-fen. — Ohne männlichen Schutz sind sie nicht allein man-cherlei Neckereien und Bedrückungen von unerträglichenMitgliedern ihrer Bühne, sondern auch den Zudringlich-keiten und Nachstellungen frecher Wüstlinge beständig aus-gesetzt. Das Sittcnvcrdcrbniß in großen Städten ist lei-
Langbein's aniinirl. Scpr. Xlll. Vt. 2