gut mit der Nähnadel, als mit der Feder und dem Pin-sel umzugehcn.
Doch von alle» Seiten riefen Armuth und Mangel ihrzu, daß sie sich zum Entwurf eines künftigen Lcbensplanskeine lange, gemächliche Bedenkzeit nehmen könne. DerHauswirth, ein rauher, unempfindlicher Kapitalist, hattesie schon bedeutet, die bisher bewohnten Zimmer innerhalbacht Tagen zu räumen, wenn nämlich — wie er mit bos-haftem Lächeln hinzusetzte — viel herauszuräumen sey.Kurz, alle Umstände drängten sie zu einem schnellen Ent-schluß; und dieser siel endlich dahin ans: — Schauspie-lerin zu werden.
In diesem Augenblick trat Oswald, ein ehrwürdiger Greis,der von Jugend aus bis in sein sechzigstes Jahr selbstSchauspieler gewesen war, in ihr Zimmer. Er hatte seitfünf oder sechs Jahren, als er vom Theater schied undsich an Mariaucns Wohnorte zur Ruhe setzte, mit ihremVater in der vertrautesten Freundschaft gelebt, und warunter allen ehemaligen Hausbckannten der Einzige, dersich noch um sie bekümmerte und sic bisweilen besuchte.
Daß er gerade jetzt kam, war ihr ungemein lieb. Siehatte schon vorher beschlossen, ihm ihr Vorhaben zu ent-decken und sein Gutachten darüber zu hören.
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„Willkommen, guter Alter!" rief sie ihm entgegen: „Se-tzen Sic sich geschwind! Ich habe wichtige Dinge mit Ih-nen zu sprechen, die sich so auf der Flucht gar nicht ab-thun lassen."
Lächelnd setzte sich der theatralische Veteran, und Marianefuhr fort: „Sic kennen, lieber Oswald, den ganzen Um-