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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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sting meiner betrübte» Verhältnisse. Drückende Noth treibtmich von hier, wo ich geboren ward und meine gutenAcltern begraben liegen. Ich will, ich muß den Standwähle», dem Sic entsagt haben."

Sie scherzen doch wohl?" sagte der Alte:denn derHimmel wolle nicht, daß es Ihr Ernst sep!"

Met» vollkommenster Ernst."

Schauspielerin zu werden? Ich erschrecke darüber.

Warum? Sie mißbilligen meinen Entschluß vielleicht,weil Sie mir nicht Talent genug Zutrauen?"

Wahrlich, aus diesem Grunde nicht! Sie besitzen, wieich ohne Schmeichelei bekenne, so viele Fähigkeiten, daßIhr Name gewiß einst in der Geschichte der deutschen Bühneglänzen würde. Allein in diesem Augenblicke wollt' ich,daß Sie nicht zur kleinsten Nebenrolle, nicht zum stum-men Heraustragen eines Briefes taugten; ich wollte, daßSie häßlich wären wie die Nacht, daß Sie hinkten, daßSie stammelte», daß Ihr Gcdächtniß nicht drei Worte Zu-sammenhalten könnte! ....

Sehr freundschaftliche Wünsche!"

Bei Gott! freundschaftlich; denn alle diese Gebrechenmöcht' ich Ihnen anwünschen, damit Sic nur den unglück-lichsten aller Einfälle wieder aufgeben müßten.

Aber, Herr Oswald."

O die leidigen Privattheatcr! Solche Streiche richten siean. Da lernt und spielt man mit möglichster Bequem-lichkeit alle drei oder vier Wochen eine Nolle, wird leb-haft beklatscht, geht unter Lobsprüchcn und Schmeicheleiennach Hause, setzt sich an den Tisch der freundlichen Eltern,ißt sich satt und legt sich sorgenlos schlafen. So ein lu-stiger Zeitvertreib gefällt der lieben Jugend. Sie denktsich nun das öffentliche Schauspiclcrlcben eben so anmuthig,