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9 (1847) Feierabende : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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schaft ergeben hatte, daß sie in nichts, als dem Nachruhmeines ehrlichen Mannes bestand.

Ein Brief des Treulosen, worin der Mangel an Glucks-gütern als das nnübersteigliche Hindcrniß ehelicher Ver-bindungen im kalten Ton eines Rechenmeisters geschildertwar, beschloß jetzt den Liebesroman. Mariane grämtesich weniger darüber, als Herr Blank wahrscheinlich erwar-tet hatte. Ein Mädchen von solchem Geist und Gefühlmußte den Verlust eines so eigennützigen und herzlosenLiebhabers für einen wahren Gewinn ansehcn. Die ge-meine Denkungsart und der rohe Geschmack des jungenHerrn zeigte sich auch bald nachher im hellsten Lichte, in-dem er die Tochter eines reichen, ungeschliffenen und alsWucherer übel berüchtigten Mäklers heirathctc, die ein erz-albernes , häßliches Gänschen war, und der schönen Ma-riane so wenig glich, als die Nacht dem Tage.

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Die unglückliche Waise war nun von allen Menschenverlassen. Was sollte sie anfangen? Wohin sich wenden?Sie hatte bisweilen den Gedanken, als Äammerjungscrin Dienste zu gehen; allein dagegen erhoben sich immerverschiedene wichtige Bedenklichkeiten in ihrem Kopf undHerzen. Sie traute sich vorzüglich nicht genug Selbstver-läugnung zu, um die herabwürdigende Behandlung einerstolze» Gebieterin mit Gelassenheit ertragen zu können:und wie leicht war cs nicht möglich, in die Sklavereieiner solchen Haustprannin zu fallen? Ucberdieß fühlte siesich dem Aemtchen einer Zofe gar nicht gewachsen. Siewar in den kleinen weiblichen Künsten, die dazu erfordertwerden, ganz unerfahren, und wußte bei weitem nicht so