auch die Art und Weise, wie sein Kanzler zu strafen pflegte,unbekannt geblieben. Er, ein abgesagter Feind aller Ge-rvaltthätigkeitcn, erschrack über die gräßlichen Dinge, dieer aus Göklcrs Schnabel vernahm, und genehmigte dasihm angefangene Sichcrheitsbündniß auf der Stelle. Derkurzweilige Rath, welcher allein zugegen war, und durchboshaften Witz noch mehr Oel ins Feuer des königlichenZorns gegen den Kanzler goß, verfaßte das Fricdensinstru-ment, und Gökler eilte zu seinem Könige zurück, um esihm zur Vollziehung vorzulegcn.
Gikgak war in allen Punkten und Klauseln damit zu-frieden, und machte sich auch seiner Seits durch Brief undSiegel verbindlich, die Meuchelmörder in seinem Reiche zubändigen.
Diesem Vertrage gemäß, ließe» beide Könige ein allge-meines Friedcnsgebot ausrufen. Namentlich ward den Füch-sen, Mardern, Iltissen, Wieseln und Katzen bei Todes-strafe untersagt, sich an Gänsen, Hühnern, Enten undanderm Geflügel zu vergreifen; und unter gleicher Ver-warnung wurden die Adler, Geier, Falken und überhauptsämmtlichc Raub- und Stoßvögel bedeutet, die Füchse,Hasen, Mäuse — kurz, alle vierfüßige Kleinigkeiten inRuhe zu lassen.
Dieses Mandat machte viel Aufsehen. Die Füchse undandere Thierc, die sich vom Vogelfänge zu nähren gewohntwaren, liefen bestürzt zusammen, zogen in Haufen zumKanzler, und bestürmten ihn mit Vorwürfen, daß er nichtvorsichtig und thätig genug gewesen sep, den für sie alleso nachtheiligen Fricdensschluß zu hintertrciben.
„Meine Herren," sprach Schalkwitz, „ihr setzt mich indas größte Erstaunen! Ich weiß von der ganzen Sachekein Wort; denn ich habe den König seit einigen Tagen