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„Weift wie Salomo!" rief der Kanzler, und verbeugtesich gegen den König. „Ew. Hoheit traf den Nagel aufden Kopf! Der Guckguck ist die Krone der Sänger; denner versteht die Kunst, das Angenehme mit dem Nützlichenzu verbinden. Sein schönes Liedchen enthält eine großeMasse von Lebensweisheit gleichsam in einer Nuß. Siehdich vor! Trau, schau, wem, und mehrere solche goldeneRegeln liegen in dem einzigen kleinen Wörtlein: Guck!welches er uns jetzt so fleißig cingcschärft hat, daß wir esgewiß nimmer wieder vergessen werden." —
„Hätt' ich doch in meinem Leben nicht so viel Gelehr-samkeit in dem ehrlichen Guckguck gesucht!" fiel der Hof-narr ein: Es ist Jammer und Schade, Bruder König,daß dir der Wandervogel sein Trau, schau, wem! nichtdamals vorsang, als du deinen Kanzler wähltest! —Schalkwitz rächte sich an dem lustigen Rathe durch einewitzige Antwort. Indessen flog die Nachtigall mit ihrenKunstgenossen über Berg und Thal davon, und war sehrzufrieden mit der Ehre, daß der langöhrjge Kritikus ihrLied so schlimm rezensirt hatte.
Hierauf trat der Guckguck vor den König und bedanktesich für seinen beifälligen Ausspruch. Simpel entließ ihnmit Gnadenbezeigungen, und trug ihm aut: dem KönigGikgak zu versichern, daß er sein aufrichtigster Freund ftp,und jede Gelegenheit, ihm eine nachbarliche Gefälligkeit zuerweisen, mit Vergnügen ergreifen werde.
Als nun der Guckguck in seine Heimath zurück kamund dieses Kompliment bei Hofe bestellte, sprach der Kanz-ler Uhu zum König: „Laßt Euchs lieb sepn, daß sich EuerHerr Nachbar zu Freundschaftsdiensten erbietet! Wir habeneben jetzt einen dringenden Anlaß, ihn beim Worte zunehmen. Seine Unterthancn, besonders die Füchse, behau-