„Drolliger Freund," sagte Jener, „Ihr steckt in einemseltsamen Jrrthume! Ich Hab' Euch und Euren Gesangnie loben hören. Die Menschen spotten vielmehr überEuch, und führen mancherlei häßliche Sprichwörter imMunde. Macht sich zum Beispiel einer über die Fehlereines andern lustig, die er doch selbst an sich hat, oderschielt einer, dem sein eigenes Weibchen nicht Farbe hält,seinen Nachbar einen Hahnrei, so sagen sie : Der Guckguckruft seinen eigenen Namen aus! — Sie nennen Euchauch bisweilen Guggauch oder blos Gauch, welches letz-tere soviel heißt, als Geck und einen eitlen, vorwitzigen,in sich selbst vernarrten Milchbart bedeutet, der immer,wie Ihr, von seiner werthen Person spricht. — Ost brau-chen sie sogar Euern Namen als einen lustigen Titel desTeufels und verwünschen einander im Scherze: Hol' dichder Guckgnck!" —
König Gikgak, dessen Liebling der Guckguck war, hörtediese schimpflichen Anekdoten nicht gern und sah ein we-nig scheel dazu; doch seine Hofleutc, die eben ein Malvergaßen, die Mienen ihres Monarchen zu belauschen,lachten sich fast aus dem Athem, und gönnten cS demhvchmüthigen Gauch, daß er so abgctrumpft ward. Erwar aber dadurch gar nicht gcdemüthigt, sondern schrieimmer zwischen das Gelächter auf den Papagai los: Ihrseyd ein Lügner! Ich habe ganz andere Nachrichten! DieMenschen lieben mein verständliches Lied, und ziehen esdem krausen Singsang der Nachtigall vor. —
„Man traut seinen Ohren kaum, wenn man solcheDinge Hort!" sagte der Papagai: „Das heißt doch in derThat die Wahrheit auf de» Kopf stellen!" — Geht nurhin und fragt die Menschen, was sie von Euch und derNachtigall halten. Sie werden Euch ins Gesicht sagen,
!»»»bein'b lamnirl. SLr. XI. Bd. 29