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ßen des Reichs, unter denen sich auch der doppelzüngigeKanzler befand, bewillkonimtcn ihn mit ehrfurchtsvollenVersicherungen unveränderter Treue. Der kleinere Thcildes Bürgcrstandcs beobachtete eine stille Neutralität; aberder große Haufe sang Spottliedcr vor der königlichen Burg,und hätte sich wahrscheinlich noch schlimmere Ausschwei-fungen erlaubt, wenn nicht der Wahltag vor der Thüregewesen wäre.
Kühnherz billigte die gelinden Maßregeln des Statthal-ters und verwarf seiner Hoflcute Rath, den Abgott desPöbels, heimlich aus dem Wege zu räumen und die Rä-delsführer des Aufstandes mit dem Tode zu bestrafen.„Nein," sprach er, „lieber will ich den Thron meiner Vä-ter verlieren, als durch Blutströme hinaufschrcitcn." Dieseschönen Worte, die von seinen Freunden überall ausgebrei-tet, und auch in der Hofzeitung bekannt gemacht wurden,gewannen ihm viele Herzen. Seine Partei wnchs mitjeder Minute, und hielt zuletzt dem grauen Bnnde, wiesich die Volksrotte nannte, völlig das Gleichgewicht.
Lustig und keck, und mit einem jauchzende» Gefolgeerschien Herr Simpel bei Sonnenaufgang seines Ehren-tages auf dem Wahlplatzc; aber der unerwartete Anblickseiner vielen Gegner drückte plötzlich seine hoch gerecktenOhren so schlaff und tief zur Erde, daß Schalkwitz bequemhincinflüstern konnte: „Rafft Euch zusammen, Herr Kron-kandidat! Warum senkt Ihr die Ohren, das stolze Panierunscrs Bundes? Das macht auf die Gcmüther der Ver-sammlung einen schädlichen Eindruck. Wer eine Sachemuthlos verloren gibt, der hat sie schon verloren! Aberich wette meinen eigenen Kopf gegen einen Distclkopf:Ihr werdet König!"