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kardcn und schrie: „Es lebe die Freiheit! Weg mit dentyrannischen Erbfiirstcn! Einen Wahlkönig oder keinen!" —
Um Zeit zu gewinnen, machte der Statthalter Miene,den Aufrührern nachzngcbcn. Er erließ ein Evikt, woriner Anfangs mit glimpflichen Worten zur Treue gegen denrechtmäßigen Thronfolger ermahnte. Wenn jedoch, setzteer hinzu, die Mehrheit der Nation durchaus einen andernKönig verlangte, so möchte man sich wenigstens mit dieserhochwichtigen Sache nicht übereilen, sondern eine feierlicheWahl anstellen. Zu dieser Handlung bestimmte er einengewissen Tag, der aber noch so weit entfernt war,, daßindessen der Prinz, an den er heimlich einen Courier ge-sandt hatte, ins Land zurück kommen konnte.
Das anfrührische Volk triumphirte, als es seine sichangemaßtc Souveränität so halb und halb von dem Statt-halter anerkannt sah, und erklärte sich nun gegen denselbendurch eine Deputation, daß cs den Wahltag ruhig abwar-ten wolle. Indessen wurden dem Herrn Simpel schonvorläufig königliche Ehren erwiesen.
Ihm schallte Jubel und Vivatruf;
Abgöttisch küßte man ihm den Huf,
Jan Hagel tanzte vor ihm her,
Die Bürgergarde trat ins Kewchr,
Und man versah ihn von allen EndenSo reichlich mit Disteln und ähnlichen Spenden,
Daß bald sein HauS ein MagazinFür alle Esel der Erde schien.
Zn diesem Taumel verflossen einige Wochen. Jetzt kamder Königssohn plötzlich ins Land zurück. Allein der Statt-halter und andere rechtliche Leute hatten vergebens daraufgerechnet, daß fich das Volk, sobald es ihn erblickte, ihmreuig wieder in die Arme werfen würde. Nur die Gro-