XVIII.
Unrecht Gut gedeihet nicht.
Ei» junger Handwcrksgcsell, aus Böhmen gebürtig,wandcrte durch Schwaben, und dachte für und für anseine Hcimath, wo er ein feines Liebchen hatte. Mit derHcirath stand cs aber im weiten Felde. Anton war blut-arm, und Meister Peter, des Mädchens Vater, wünschtesich einen reichen Eidam, der ihn in feinen alten Tagenernähren sollte. Sein eigenes Handwerk hatte freilich kei-nen goldenen Boden. Er war Schneider, aber nicht Klci-dermachcr, sondern nur Arzt alter Gewänder, dieman ihm zur Heilung ihrer Gebrechen anvcrtrautc. Manzahlte ihm jedoch einen so geringen Lohn, daß er kaumsein liebes Leben davon erhalten konnte. Höchst ungernbeschäftigte sich daher seine Hcldcnfaust, die vormals denösterreichischen Husarcnsäbel tapfer geschwungen hatte, mitder weibischen Nadel. Er wünschte sehnlichst, im Besitzhinreichender Mittel zu sepn, daß er den ganzen Tag imWirthshausc sitzen und zechen könnte. Ein solcher Glücks-Wechsel war aber aus Antons Händen nicht zu erwarten.Sie waren so leer, daß er auf seiner Wanderschaft fech-ten gehen mußte.