Die Sonnenfinsterniß
Herr Stahlberg, der bekannte reiche Mann in Ber-lin, hatte eben sein großes steinernes Reich in der Frie-drichsstraße durchwandest, und den Insassen, die er als seineUnterthanen zu behandeln Pflegte, theils neue Gesetze vor-geschricbcn, theils höhere Schatzung auferlegt, und setztesich nun vergnügt an seinen Schreibtisch, um die Vermeh-rung seiner Einkünfte zu berechnen. Da trat Julius,sein zwölfjähriger Sohn, mit einem Zeitungsblatte in derHand, rasch ins Zimmer und sagte gebieterisch: „Vater,gib Geld! Es werden hier in der Zeitung schwarze Glä-ser zur Beobachtung der morgenden Sonnenfinsterniß aus-geboten. Ich muß eins haben; gib geschwind sechzehnGroschen Courant!''
„Du bist nicht klug, du heilloser Verschwender!" fuhrihn der Vater grimmig an. „Denkst du, ich finde dasGeld auf der Straße?"
„Stell' dich doch nicht so arm!" versetzte Julius.„Du hast ja vorhin die Miethen im Hause gesteigert. DieWeiber stehen unten auf der Hausflur beisammen undjammern und wehklagen."
„Das machen die Weiber nicht anders!" sagte der Alte.