wir zu Hause lassen. Die Wichte halte» nicht Stand,und bringen durch ihre Flucht das ganze Heer in Unord-nung. — Ho! ho! das sollen sic wohl bleiben lassen!sagte der König. Ordnet vor und hinter ihnen eine SchaarWölfe, und befehlt diesen, jeden Schuft, der davon läuft,auf der Stelle zu zerreißen.
Dieses Gebot behorchte ein wohlgenährter Rammler,der feigste seines Geschlechts. Zitternd faßte er sogleichden Entschluß, seine Haut in Sicherheit zu bringen. Erlief windschnell über hundert Meilen, bis er in eine vonMenschen bewohnte Gegend kam. Da sah er am Wegeein großes Haus; es war ein Brauhaus. Er hoffte darineine Freistätte zu finden. Das Thor stand offen, er liefhinein, versteckte sich hinter ein ungeheures, im Hofe ste-hendes Faß, und hielt sich da hungernd und durstend einigeTage verborgen. Eines Morgens aber erblickten ihn zweiBrauknechte, schlugen ihn todt, und er ward zum Fcst-schmauü für die rohen Gesellen an den Spieß gesteckt.Zu gleicher Zeit kehrte das Kriegsvolk seiner Heimathnach einem kurzen, glücklichen Feldzuge mit Lorbeer» heim,und sogar seine Brüder, die Hasen, wurde» mit Ehre»empfangen, weil sie, aus Furcht vor dem Rachen der Wölfe,in Reih' und Glied ausgchaltcn hatten." —
Dicßmal erkannte sich der Pinsel denn doch als dasHäschen der Fabel, und verließ mit einem säuern Gesichteden Garten. Ein brausendes Gelächter, wie mau es sichwohl in kleinen Stätten erlaubt, schallte ihm nach.
Seitdem enthielt er sich der Gartenbesuche, und gingüberhaupt wenig aus, weil ihn jedermann wunderlich an-sah oder wohl gar ins Gesicht lachte. Am Ende zog ersich ganz wie eine Schnecke in sein Haus zurück. Aberauch diese Maßregel schützte ihn nicht vor Pasquillen, die