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Augustc nahm sich vor, den freien Tag recht zu be-nutzen, und sich länger, als ihr sonst vergönnt war, mitihren Freundinnen zu vergnügen. Sic wollte sogleich nachder Gräfin Abreise die Runde machen und eine fröhlicheZusammenkunft für den Nachmittag verabreden. Indemsic sich aber ankleidetc, ließen sich zwei alte Damen, denender Gräfin Landreise nicht bekannt war, bei derselben zurKaffeestunde anmeldcn. Blitzschnell fiel Augusten einSchwank ein. Sie ging ins Vorzimmer zu dem Botender Damen und sagte ihm: cs werde der Frau Gräfinsehr angenehm scpn, sic bei sich zu sehen.
Das lose Mädchen wollte sie in der Tante Gestaltempfangen und bewirthen. Das war kein sonderlich schwe-res Unternehmen, weil das hohe Alter der beiden Damenihr Gesicht und Gehör äußerst geschwächt hatte. Ucberdießbefand sich niemand im Hause, von dem vielleicht Hinder-niß oder Verrath zu fürchten war. Die Kammerfrau undder Diener hatten die Gräfin begleitet, und die Köchinund das Stubenmädchen waren Augusten ergeben. Dochwollte sic auch Zuschauer bei ihrem Possenspicle haben.Sie lud deßhalb einige ihrer Freundinnen schriftlich ein,sie des Nachmittags gu besuchen, und lockte noch durchden Zusatz: daß sie in Anwesenheit der Tante das Kälb-chen recht austreiben wollten.
Nach Tische ließ sie sich von einer in der Nähe woh-nenden Schauspielerin ein greises Runzclngcsicht auf dieblühenden Wangen malen, zog ein steifes Schleppkleid ausder Garderobe der Gräfin an, umhüllte ihre braunenLocken mit einer hochgethürmten Spitzenhaube, setzte eineBrille auf, und übte sich, die von der Gräfin zurückge-lasscnc Tabaksdose gewohnter Maßen zu handhaben undertönen zu lassen. Alles ging trefflich von Statten. Sie