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ihrem ungerathenen Sohne nachgegeben hatte, und ermu-tigte sie, dem frechen Buben standhaft zu widerstehen.
Dazu hatte sie bald Gelegenheit. Er kam schon denfolgenden Tag und forderte fünfzig Dukaten.
„Nicht Einen erhältst du!" sprach sie rasch und fest.
Mit großen Augen trat er einen Schritt zurück undsagte: „Was für eine Sprache! Sind Mama toll ge-worden ?"
„Das war ich bisherz" antwortete sie: „nun aber willich klug werden und mich von dir nicht zur Bettlerin ma-chen lassen."
Er gericth in Wnth und war nahe daran, Hand an siczu legen. Doch besann er sich noch eines Bessern undging mit hastigen Schritten davon.
Zn der folgenden Nacht schlich er, mittelst eines Nach-schlüssels, in die geheime Kammer, worin seine Mutterihre Schätze verwahrte. Er erbrach die Behältnisse desbaarcn Geldes und der Staatspapiere, eignete sich allesVorhandene zu und trug den Raub ohne Hinderniß insein Zimmer. Die Mutter schlief ruhig in einem entfern-ten Gemache.
Am Morgen ging sie, wie gewöhnlich, in ihre Schatz-kammer, um sich von dem unverletzten Zustande derselbenzu überzeugen. Mit Entsetzen fand sie den Schreibtischund den Gcldkastc» erbrochen. Erschüttert, wie von einemDonnerschlage, schwankte sie näher, und fiel mit einemSchrei zu Boden, als sie sich ihres ganzen baaren Ver-mögens beraubt sah.
Die Kammerjungfer hörte Schrei und Fall und flogherbei. Sprachlos lag die Unglückliche auf dem Fußboden.