den lieben Sohn nach seinem Gefallen verschwenden. SeinMarstall vermehrte sich in kurzer Zeit so stark, daß er nurnoch von dem fürstlichen übcrtroffen wurde, undPharo'sSöhne plünderten ihn jetzt doppelt und dreifach, weil ernoch unermüdctcr als zuvor war, ihnen volle Goldbörsendarzubringcn. Die thörichte Mutter verkaufte gelassen einStaatspapicr nach dem andern und kündigte die sicherstenDarlchnc auf, um die unermeßlichen Bedürfnisse des jun-gen Verschwenders zu befriedigen.
Eines Tages berechnete sie die Summen, über welchesie noch zu gebieten hatte. Da fand sic mit Bestürzung,daß sie längstens nach zwei Jahren an den Bettelstabkommen würde, wenn ihr Sohn den Unsinn haben sollte,seine lustige Wirtschaft in der bisherigen Weise fortzu-sctzen.
Sie entschloß sich mit schwerem Herzen, ihm darüberVorstellungen zu thun und ihn zu einigen Beschränkungenseiner tollen Ausgaben zu bewegen. Das gelang ihr abernicht. Er widersprach ihr mit den schnödesten Worten,und sagte ihr ins Gesicht: wenn sie ihn zur Sparsamkeithätte erziehen wollen, sey cs ihre Pflicht gewesen, früheranzufangcn; jetzt sep er ein Baum, der sich nicht mehrbiegen lasse.
Dieser Auftritt erzeugte bei dem Undankbaren einenheftigen Groll gegen seine Mutter, und er legte ihn beijeder Gelegenheit mit Worten und Geberdcn an den Tag.Er bat nicht mehr freundlich, wie sonst, um Geld; erforderte gebieterisch, was er brauchte. Mit Thränen gabsie ihm noch einige Monate lang, was er verlangte. Aberin geheim klagte sie ihre Noth ihrem Vetter, dem Geistli-chen. Dieser schalt ihre Schwäche, mit welcher sie bisher