brach und feindliche Hecrschaaren das Land übcrströmten.ES waren unbescheidene Gäste, die sich in den Städtenund Dörfern der eroberten Provinzen gewaltsame Plün-derungen erlaubten. Als Berthold das hörte, wardihm bange, sie möchten sich in einer ansehnlichen Mittel-stadt, wo er ein bedeutendes Tuchlager besaß, nicht höfli-cher betragen. Er sandte deßhalb seinen treuen Hermannschnell mit dem Anftrage dahin, den ganzen Vorrath sei-nes dortigen Eigenthums auspackcn und nach der Haupt-stadt bringen zu lassen.
Indem aber Hermann jene Stadt erreicht hatte unddurchs nächste Thor hineinfuhr, rückten auch schon dieFeinde durch ein anderes ein. Dennoch hielt er es nochfür möglich, das Tuchlager zn retten, weil sich das Vor-rathshaus in einer abgelegenen Gegend befand, die vondem Thore, durch welches die Feinde einzogcn, weit ent-fernt war. Es gelang seiner raschen Thätigkcit, die nö-tigen Wagen und Gehülfcn geschwind aufzutreiben. Dochin dem Augenblicke, als er das Magazin öffnen wollte,stürzte ein Schwarm bewaffnetes, mit vielfarbigen Lumpenbedecktes Gesindel auf ihn los und forderte die Schlüsselvon ihm. Er sah sogleich, daß er keine wirklichen Solda-ten vor sich hatte, und schlug ihr Begehren rund ab. Siewiederholten cs mit wildem Geschrei und mit gezogenenSäbeln. Er zog auch; cs entstand ein Gefecht, und erbekam einen Hieb ins Gesicht. Dennoch wich er nicht,sondern fuhr mit kräftig geschwungener Klinge fort, diePforte des Tuchlagers zu vertheidigen.
„Ruhe dort!" rief eine Donnerstimme. Ein Officiersprengte herbei, und die Räuber machten sich über Halsund Kopf aus dem Staube.