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horchte. Da griff sie zu dem Hauptschlüssel, dessen sichrohe Kriegsknechte bisweilen im Lande des Feindes bedie-nen : sie sprengte die Thür mit den Füßen und schoß wieeine Furie ins Trinkgemach. „Jungfer Bellona sollleben!" riesen die Zecher, und ließen anstoßend die Gläsertönen. Sie bedankte sich aber mit so schnöden Worten,daß Gustav in Zorn gcricth und ihr einen Porzcllan-teller an den Kopf warf. Husarenschncll überrumpelte sieden Trinktisch, riß eine noch volle Weinflasche hinweg undeilte damit nach der Thür. Aus sechs Händen flogen ihrTeller nach, die an ihrem breiten Rücken zerkrachten. Dasnicht achtend, setzte sie ihren Weg fort, übergab die ge-machte Beute dem Wirthe, wusch ihm zugleich den Kopf,kam mit kräftigen Neiterflüchen zurück, zog das Söhnlcinihrer Herrschaft ans dem wilden Getümmel und ranntemit ihm davon.
Sie flog nach dem Stephanien, riß die Thür des ge-meinsamen Speisezimmers auf und schrie: „Hülfe! Hülse!Kommen Sie Alle zu Hülfe! In der schwarzen Eule isteine Rebellion!"
Dieses furchtbare Wort donnerte dem eben erst einge-schlummerten Bürgermeister in die Ohren. Er taumelteschlaftrunken auf, lief wie besessen umher und rief: „Gottsteh' uns bei! — Laßt die Sturmglocke läuten — führtdie Feuerspritzen ans den Markt — sendet reitende Botennach den nächsten Garnisonstädten, daß sie uns Truppenund Kanonen schicken" —
„Aengste dich nicht, mein Schatz!" sagte die Bürgermei-sterin , die schon den Vorfall errieth. „Die Sache ist einKinderspiel. Du kannst dein Mittagsschläfchen ruhig fort-setzen." Damit schob sic ihn wieder in seinen Stuhl, und